Welche Auswirkungen können die Lernstörungen noch haben?
Nicht genug, dass unsere Kinder mit Lese-, Rechtschreib- und Rechenproblemen zu kämpfen haben, nein, die psychischen Belastungen und weitere Auffälligkeiten können auftreten. Für die betroffenen Kinder sind diese zum Teil enorm und werden von den Kindern oft überspielt. Die ständigen Misserfolge und das Wissen "anders" zu sein als der Rest der Klasse, nagen unheimlich am Selbstvertrauen unserer Kinder. Die meisten betroffenen Kinder sind sehr sensibel.
Ich weiß nicht wie alt Ihr Kind ist, aber ich hoffe noch im Grundschulalter, denn dann haben Sie noch die besten Chancen, Ihr Kind vor "tieferen Wunden" zu bewahren. Aus vielen Gesprächen mit betroffenen Eltern und auch aus eigenen Erfahrungen weiß ich, je früher eventuelle Lernschwierigkeiten erkannt werden, desto besser für´s Kind.
Die Kinder ziehen sich zurück - oder werden schnell aggressiv - stellen Schutzbehauptungen auf - finden immer wieder irgendwelche Ausreden - die Konzentration lässt sehr schnell nach - lassen sich nur schwer von etwas überzeugen. Die Frustration ist hoch, sie haben Angst "wieder" zu versagen, etwas falsches zu tun oder zu sagen. Dadurch spielt Prüfungsangst oft eine große Rolle. Vi
Psychische Auswirkungen treten bei fast allen LRS-Betroffenen, Legastehnikern und bei Dyskalkulie auf. Vor allem je länger die Schwäche anhält. Besorgen Sie sich gute Fachliteratur, die die Problematiken Ihres Kindes beschreibt. Es ist unheimlich wichtig, dass SIE wissen, warum und wieso Ihr Kind anders reagiert als Sie es vielleicht erwarten. Auch Sie müssen dazu lernen um Ihr Kind besser verstehen zu können, um so besser auf Ihr Kind eingehen zu können. Lernen Sie Ihr Kind zu verstehen, denn nur so können Sie Ihr Kind unterstützen. ABER: Trotz alledem, braucht Ihr Kind unbedingt auch professionelle Hilfe. Bitte unterschätzen Sie die psychischen Belastungen Ihre Kindes nicht. Auch wenn Ihr Kind vielleicht nach außen hin einen auf "cool" macht, innen drin sieht es anders aus und es ist oft schwer, an dieses "Innere" heranzukommen. Ziehen unbedingt einen Psychologen oder Therapeuten mit heran.
Sie sollten aber auch auf eine eventuelle Hochbegabung Ihres Kindes achten, denn diese wird in den meisten Fällen vollkommen ausser Acht gelassen. Man sieht nur die "Schwächen" der Kinder, aber die positiven Seiten werden vollkommen übergangen. Leider, denn man kann hier sehr viel Potential regelrecht kaputt machen. Erzieher und Lehrer sind in vielen Fällen nicht in der Lage, die Anzeichen richtig zu deuten, da das Erkennen und Fördern von hochbegabten Kindern in der Ausbilung von Erziehern und Lehrern zumeist nicht in norwenidgem Umfang berücksichtigt wird. So werden wertvolle intellektuelle Rohstoffe geradezu ignoriert und Schulversager produziert. Sie als Eltern kennen Ihr Kind am besten, sprechen Sie über die Stärken Ihre Kindes und fordern Sie, dass diese Stärken gefördert werden.
Achten Sie auf alle Kleinigkeiten (egal ob positiv oder negativ), wo sich Ihr Kind vielleicht anders verhält als gleichaltrige Freunde/Schulkameraden. Diese "Kleinigkeiten" können einem Therapeuten, Psychologen oder Logopäden vielleicht entscheidende Hinweise geben. Ist Ihr Kind von LEGASTHENIE betroffen? Oder ist es "nur" eine LRS? Spielt vielleicht AD(H)S auch noch eine Rolle? (Dies wurde z.B. bei meinem Sohn über 4 Jahre nicht erkannt, obwohl er sich in dieser Zeit einigen Tests unterziehen musste) Ist es vielleicht "nur" eine KONZENTRATIONS-/AUFMERKSAMKEITSSTÖRUNG? Ist Ihrem Kind vielleicht nur langweilig, weil es hochbegabt ist? Mit diesen Fragen will ich Ihnen nur zeigen, dass es viele verschiedene Möglichkeiten/Ursachen geben kann. Ich habe z.B. bei allen Tests angegeben, dass mein Sohn ein sehr schwieriges Baby war; dass er das Krabbeln ausgelassen hat; dass er sehr früh gelaufen ist und sehr früh sehr deutlich gesprochen hat; dass er schnell jähzornig wird; dass er Stimmungsschwankungen hat u.v.m. - alles Anzeichen für ADS, wie ich heute weiß, da ich mich inzwischen sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Ich hätte es schon viel früher tun sollen, aber es hat mir leider keiner gesagt, worauf ich achten sollte. Erst durch die ganzen Recherchen für diese Homepage habe ich gemerkt, dass auch mein Sohn von ADS betroffen ist, was mir inzwischen auch von unserer Therapeutin bestätigt wurde. Warum wurde dies nicht bei den Testungen festgestellt? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben.
Sie sehen, auch Fachleute sind nicht immer gleich. Es gibt gute und es gibt weniger gute. Also verlassen Sie sich nicht unbedingt auf das was Ihnen Fachleute erzählen. Informieren Sie sich unbedingt auch selber, damit Sie gezielt Ihrem Kind helfen können, indem Sie auch gezielte Fragen an die Fachleute stellen können. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Fachleute, sondern ergreifen Sie auch Eigeninitiative. Befindet sich Ihr Kind bereits in einer Therapie, sollten Sie weitere Maßnahmen (PC-Software) eventuell mit Ihrem/Ihrer Therapeute(n)in absprechen.
Gute Literatur finden Sie in unserem Shop. Unter Verlinkungen finden Sie weitere Hilfe den/die richtige(n) Ansprechpartner/in zu finden.
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