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AD(H)S -
Konzentrationsstörung - Ursache | ||
Niemand hat ‚Schuld’ an AD(H)S, weder das Kind, die Eltern, noch die Schule. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich.
Wie kommt es zur Aufmerksamkeitsstörung?
Lt. Aussage des DVLD, wird bei ADHS eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Gehirn, aufgrund von Stoffwechselproblemen, angenommen. Dabei haben genetische Faktoren eine große Bedeutung, Aufmerksamkeitsstörungen können also auch erblich bedingt sein. Dies führt über eine mangelnde Hemmung von Impulsen zu ungenügender Selbstregulierung.
Eine sehr umfangreiche und gute Ursachen-Beschreibung können wir Ihnen hier, dank der freundlichen Unterstützung von Herrn Dipl.-Psychologen und AD(H)S-Experten Ernst Hartmann bieten:
Ein Grund, dass jemand unkonzentriert
erscheint, hat mit fehlender Begabung zu tun. Der Schüler ist wegen fehlender
Begabung überfordert. Die Überforderung zeigt sich in der Symptomatik wie
Unkonzentriertheit. In Wirklichkeit ist die Konzentrationsfähigkeit schon da,
aber bei fehlender Begabung können sich nicht die Ergebnisse einstellen, die
sich Schüler, Eltern und Lehrer wünschen. Der Schüler wirkt tatsächlich
unkonzentriert, aber nicht weil er keine Konzentrationsfähigkeit hätte, sondern
weil er in Wirklichkeit durch die nicht ganz so sehr vorhandene Begabung
überfordert ist. Man könnte auch sagen: Überforderung führt zu
Unkonzentriertheit.
Ein Beispiel: Ein Schüler hat im Bereich Lesen und
Rechtschreibung leider keine allzu große Begabung oder vielleicht auch eine
Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie). Zuerst mag er sich vielleicht noch
mühen, aber die Erfolgserlebnisse, die guten Noten, stellen sich nicht ein. Der
Schüler entwickelt nun immer mehr negative Gefühle. Wenn er bloß Buchstaben
sieht, möchte er mit all dem nichts zu tun haben. Dies bezieht sich irgendwann
nicht nur auf das Fach Deutsch, sondern auch auf andere Fächer, in denen
geschrieben werden muss. Die unangenehmen Gefühle färben auf diese anderen
Fächer ab, die Konzentration ist in den anderen Fächern auch gestört. Der
Schüler mag nun über seinem Stoff sitzen, aber er kaut oft auf dem Stift herum,
schaut aus dem Fenster, alles dauert und dauert.
Solche Minderbegabungen
oder Schwächen können zur Überforderung führen. Dadurch kann ein
Konzentrationsproblem entstehen. Im Grunde liegt keine "echte"
Konzentrationsschwierigkeit vor, denn die Ursache des "sich nicht konzentrieren
können" liegt woanders. Ein solcher Schüler kann im Konzentrationstest gut oder
sogar überdurchschnittlich abschneiden, aber trotzdem erscheint er
unkonzentriert. Meine Meinung ist sowieso diese: Fast jeder kann sich
konzentrieren, die Frage ist nur worauf und auch, ob er sich für die Tätigkeit
interessiert und sie ihm Spaß macht.
Belastungen für den Schüler müssen aber nicht aus dem Elternhaus
kommen. Auch Ereignisse im Verein, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis
(Bsp. Liebeskummer) können sich auswirken.
Belastungen unterschiedlichster
Art können die Konzentrationsenergie rauben! Angst vor dem Schulfach (Angst
darin zu versagen, die eigenen oder fremden Erwartungen, den Leistungsdruck
nicht erfüllen zu können), Angst vor Eltern, Lehrern oder Mitschülern wirken
sich oft negativ aus.
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